Googles KI-Übersichten beantworten 82 % der Gesundheitssuchen. Das sind ihre Quellen.
Bei den meisten Gesundheitssuchen in Deutschland lesen Patienten zuerst keine Website mehr, sondern eine Zusammenfassung, die Google geschrieben hat. Die Quellen dahinter sind nicht die, die die meisten Praxen erwarten würden.
Im Dezember 2025 hat die SEO-Plattform SE Ranking 50.807 deutschsprachige Gesundheitssuchen von Berlin aus durchgeführt und ausgewertet, was Google dabei anzeigt. KI-Übersichten (AI Overviews) – die von KI verfassten Zusammenfassungen über den Suchergebnissen – erschienen bei mehr als 82 % davon. Für Patienten, die auf Deutsch suchen, ist eine KI-Zusammenfassung damit im Normalfall die erste Antwort.
Wer zitiert wird
Die Studie zählte 465.823 Quellenverweise in diesen Zusammenfassungen. Die am häufigsten zitierte Domain war YouTube mit 20.621 Verweisen (4,43 %), vor dem NDR (3,04 %) und den MSD Manuals (2,08 %). Auf wissenschaftliche Fachzeitschriften entfielen 0,48 % der Verweise, auf deutsche staatliche Gesundheitsinstitutionen 0,39 % und auf internationale staatliche Institutionen 0,35 %. Nach der Einordnung von SE Ranking stammten rund 65 % der Verweise aus Quellen, die nicht darauf ausgelegt sind, medizinische Richtigkeit sicherzustellen.
Die wichtigste Zahl für alle, die Gesundheitsinhalte veröffentlichen: Nur 36 % der in KI-Übersichten zitierten Links standen zugleich in den organischen Top 10 von Google. Zitiert werden und ranken ist nicht mehr dasselbe.
Wenn die Zusammenfassung falsch ist
Im Januar 2026 dokumentierte eine Recherche des Guardian irreführende Gesundheitsinformationen in KI-Übersichten – darunter „Normalwerte“ für Leberblutwerte ohne Berücksichtigung von Faktoren wie Alter oder Geschlecht sowie Ernährungsempfehlungen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, die Fachleute als falsch bezeichneten. Google bestritt das Ausmaß des Problems; nach Angaben des Unternehmens kamen die eigenen Ärzte zu dem Ergebnis, dass die Informationen in vielen Fällen nicht unzutreffend waren. Bis zum 11. Januar entfernte Google die KI-Übersichten dennoch für die englischsprachigen Suchanfragen „what is the normal range for liver blood tests“ und „what is the normal range for liver function tests“. Der British Liver Trust begrüßte das, wies aber darauf hin, dass das grundsätzliche Problem bestehen bleibt.
Was das für eine Arztpraxis bedeutet
Eine Praxis kann nicht steuern, was Google zusammenfasst. Sie kann aber steuern, ob ihre eigenen Inhalte gute Kandidaten für ein Zitat sind – und die Daten zeigen, dass diese Tür weiter offen steht, als Rankings allein vermuten lassen.
- Konkret schlägt allgemein. KI-Systeme übernehmen klare, in sich geschlossene Antworten. Eine Seite, die genau erklärt, wie ein Hörtest in Ihrer Praxis abläuft, was mitzubringen ist und wie lange er dauert, ist zitierfähiger als eine allgemeine Leistungsliste.
- Video zählt. Dass YouTube die meistzitierte Domain ist, ist ein Signal und kein Zufall. Ein kurzes, sachliches Erklärvideo der Ärztin oder des Arztes – wie ein Eingriff abläuft, wie man sich vorbereitet – ist ein legitimes, zitierfähiges Format.
- Fakten strukturieren. Strukturierte Daten für das Gesundheitswesen, klare Überschriften und einheitliche Praxisangaben machen Inhalte für Maschinen leichter lesbar und zuordenbar.
- Innerhalb der Regeln bleiben. Alles oben Genannte unterliegt weiterhin dem Heilmittelwerbegesetz und der Berufsordnung. Keine Heilversprechen, keine Superlative, keine Vergleiche – nur sachliche Information. Genau solche Inhalte landen am seltensten in der nächsten Recherche.
Wie FIB Consulting vorgeht
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Quellen
SE Ranking, Studie zu 50.807 deutschsprachigen Gesundheitssuchen (Dezember 2025), berichtet von Search Engine Journal, Januar 2026 · The Guardian, Januar 2026 · eWeek, 5. Januar 2026 · TechCrunch, 11. Januar 2026 · Storyboard18, 12. Januar 2026 (Stellungnahme des British Liver Trust).
Teil des Leitfadens Generative Engine Optimization (GEO).
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